Das Bild zeigt eine blonde junge Frau mit Brille, die eine rote Jacke mit dem Logo der Stadtwerke Halle trägt und einen Block unter dem Arm hat. Im Hintergrund wird befindet sich eine Bushaltestelle, die von zwei Personen in orangefarbenen Hosen gesäubert wird. Es ist Nacht und die Straßenlaternen leuchten hell.

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Online-Magazin

Werfen Sie in unserem Blog einen Blick hinter die Kulissen der Stadtwerke Halle! Unsere Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit auf spannende Geschichten aus der gesamten Stadtwerke Halle-Welt.

Mit uns läuft‘s! Wenn Halle noch schläft, ist Martin Kügler schon unterwegs

Müllfahrzeug an Müllfahrzeug reiht sich auf dem Betriebshof der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) aneinander. Es herrscht geschäftiges Treiben. Der Tag beginnt hier in der Äußeren Hordorfer Straße zeitig. Fahrer steigen ein, Türen schlagen zu. Der heutige Tourenplan ist mit der Einsatzleitung bereits besprochen. Später am Tag hat Martin Kügler nach der Schicht Zeit für ein Gespräch.

Mit dem 40-jährigen Müllwerker sprechen wir über frühe Schichten, schwere Tonnen, Begegnungen am Straßenrand und darüber, warum sein Job mehr ist als „nur Müllabfuhr“.

HWS Mitarbeiter Martin Kügler steht auf dem Betriebshof hinter einer gelben Tonne.
Müllwerker Martin Kügler vor Dienstbeginn auf dem HWS-Betriebshof in der Äußeren Hordorfer Straße (Foto: Agentur Kappa - Felix Abraham)

Ihr Arbeitsalltag beginnt, wenn viele noch schlafen. Wie sieht Halle zu dieser Uhrzeit aus?

Martin Kügler: Wenn ich morgens um sechs auf dem Gelände ankomme, geht es hier schon turbulent zu. Erst umziehen, dann werden die Routen verteilt und schon geht es gleich los. Draußen ist die Stadt noch ruhig. Meistens bin ich in der südlichen Innenstadt unterwegs, runter bis nach Ammendorf. Heute zum Beispiel vom Bahnhofs- bis zum Rossbachviertel.

Sie sind seit vielen Jahren dabei. Wie sind Sie zur HWS gekommen, warum sind Sie geblieben?

Martin Kügler: Eigentlich bin ich eher zufällig auf dem Müllfahrzeug gelandet. Ich habe 2002 hier eine Ausbildung zum Glas- und Gebäudereiniger gemacht und später im Elektroschrott gearbeitet. Als bei der Müllabfuhr Leute fehlten, bin ich für einen Probetag eingesprungen und das hat gepasst. Frische Luft, früh anfangen, früh aufhören, dazu die Kollegen. Die Teamarbeit macht mir bis heute am meisten Spaß. Man arbeitet den ganzen Tag zusammen, da muss man sich verstehen. Viele Kollegen sind inzwischen Freunde geworden. Und ich merke: Ich brauche die körperliche Arbeit! Einen Bürojob könnte ich mir aktuell nicht vorstellen.

Was macht die Arbeit für einen Müllwerker herausfordernd?

Martin Kügler: Es sind oft die kleinen Dinge. Sind Standplätze zugeparkt muss man erst ewig suchen, wie man mit der Tonne ans Auto kommt. Mehr Zeit brauchen wir auch beim Vollservice, wenn Tonnen in Hinterhöfen stehen und man Tore aufschließen muss. Dazu kommt das Gewicht: Eine volle schwarze 1.100 Liter Tonne wiegt locker 250 bis 300 Kilo. Am Ende des Tages kommt da einiges zusammen, gut und gerne 40 Tonnen Müll. Besonders bei Regen oder im Winter merkt man das extrem in den Knochen, wenn man abends erschöpft ins Bett fällt. Viele unterschätzen, wie anstrengend das wirklich ist.

Zwei HWS Mitarbeiter besprechen sich im Einsatzleiter-Büro
Vor der Tour erfährt Martin Kügler (re.) noch Aktuelles von Einsatzleiter Kevin Winterscheid (li.) (Foto: Agentur Kappa - Felix Abraham)
HWS Mitarbeiter Martin Kügler schaut in eine gelbe Tonne
HWS Mitarbeiter Martin Kügler bei der täglichen Arbeit (Foto: Agentur Kappa - Felix Abraham)

Sie haben täglich Kontakt mit Menschen. Was begegnet Ihnen dabei und hat sich der Umgang verändert?

Martin Kügler: Es gibt viele Vorurteile. Oft höre ich, wir würden angeblich so viel verdienen oder einfach nur rumstehen, wenn wir mal Pause machen. Manchmal werden wir sogar fotografiert, wenn wir uns kurz zurückziehen müssen, ohne dass jemand fragt, was gerade los ist. Dabei ist nun mal für uns in den nächsten Stunden keine Toilette erreichbar. Verständnis dafür, wie anstrengend die Arbeit ist, scheint oft zu fehlen. Der Respekt ist in den vergangenen Jahren eher weniger geworden. Früher hat kaum jemand geklagt. Heute wird viel gemeckert, selbst bei Schnee, wenn es einfach nicht möglich ist, jede Tonne zu holen. Manchmal würde ich einfach gerne sagen: „Na los, ziehen Sie doch mal 40 Tonnen Müll am Tag.“ Manche wollen verstehen, warum etwas nicht geht. Mit denen kann man reden. Andere sind einfach aus Prinzip sauer. Dabei machen wir den Job schließlich für die Hallenserinnen und Hallenser und für eine saubere Stadt. Wichtig ist, ruhig und professionell zu bleiben. Gleichzeitig gibt es aber auch schöne Momente: Karten von Familien an Feiertagen, Begegnungen mit Kindern aus Kitas oder Schulen. Für viele Kinder ist es ein Höhepunkt, wenn das Müllauto kommt. Die warten richtig mit glänzenden Augen auf uns. Das sind Momente, die einem zeigen, dass die Arbeit gesehen wird.

Was wünschen Sie sich, sollten die Bürgerinnen und Bürger mehr über Ihre Arbeit verstehen?

Martin Kügler: Zum einen, wie wichtig richtige Abfalltrennung ist. Wenn zum Beispiel Biomüll in Plastiktüten landet, funktioniert die Weiterverarbeitung nicht mehr. Mein Tipp ist ganz einfach: Lesen, was auf der Tonne steht! Zum anderen wünsche ich mir mehr Verständnis und Respekt. Wir sind bei Wind und Wetter für die Stadt unterwegs. Klar ist das unser Job, aber ein bisschen Mitdenken, zum Beispiel beim Winterdienst, würde uns vieles erleichtern. Ich weiß, dass unsere Arbeit zur Lebensqualität in Halle beiträgt. Ohne uns würde es einfach nicht laufen.

Mit uns läuft‘s! Kampagne für eine saubere Stadt

Insgesamt 600 Mitarbeitende und Auszubildende sorgen bei der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) tagtäglich im Dienst der Stadt dafür, dass das Trinkwasser zuverlässig aus dem Hahn kommt, die Abwässer umweltgerecht entsorgt werden, die Straßen, Gehwege und Plätze sauber sind, die Abfalltonnen geleert und die Abfälle möglichst wiederverwertet werden können… 

Sie kümmern sich zuverlässig beispielsweise um die regelmäßige Abfallentsorgung von mehr als 124.700 Abfallbehältern an 25.700 Standplätzen. Mit ihrer Entsorgungskampagne "Mit uns läuft‘s" will die HWS 2026 mehr Wissen zur richtigen Abfalltrennung vermitteln und so die Hallenserinnen und Hallenser dafür sensibilisieren, stärker an einem sauberen Stadtbild mitzuwirken. Zu den Aktionen gehören unter anderem ein Abfall-ABC oder interaktive Mülltrennspiele für Kinder und Erwachsene.

Kinder einer Kita freuen sich über das neue Mülltrennspiel
Begeistert vom neuen Mülltrennspiel machten sich die Kinder der Kita "August Hermann Francke" ans Werk. (Foto: Agentur Kappa - Felix Abraham)
Kinderhände nah, sie spielen das neue Mülltrennspiel
Kinder der Kita "August Hermann Francke" spielen das neue Mülltrennspiel (Foto: Agentur Kappa - Felix Abraham)

Mit uns läuft‘s! Das Abfall-ABC: So geht’s richtig

Ein Kampagnen-Bild zum Abfall-ABC - viele Comic-Charaktere mit Bezug zur Abfallwirtschaft
Mit uns läuft‘s! Das Abfall-ABC der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (Foto: Alexander Pick)

Von A wie Akkus bis Z wie Zelte – für alles gibt es einen passenden Entsorgungsweg. Das Abfall-ABC der HWS ist ein leicht verständliches Nachschlagewerk. Es erklärt, wie die unterschiedlichen Abfallarten richtig entsorgt werden.

Das Beste: Mit Ihrer Hilfe wächst es weiter. Wohin mit den kaputten Kleingeräten? Darf das noch in den Biomüll? Sie fragen uns, wenn Sie unsicher sind, wo und wie Sie etwas richtig entsorgen können. Wir antworten und erweitern damit gleichzeitig unser Abfall-ABC.

Gemeinsam erstellen wir so den umfangreichsten Entsorgungsratgeber, den Halle (Saale) je hatte! Ganz leicht, eine saubere Sache! Nachschauen und mitmachen: www.hws-halle.de/abfall-abc

Mitmachen damit es läuft - Viele Hände sorgen bei der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) oft unbemerkt dafür, dass Halle (Saale) eine schöne Stadt bleibt. Wir begleiteten den Müllwerker Martin Kügler bei seiner täglichen Arbeit.

20.04.2026