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Das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft hat heute in Magdeburg im Rahmen einer Stakeholder-Konferenz sein Leistungsspektrum vorgestellt und mit mehr als 100 Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Kommunen, Wasserwirtschaft, Industrie, Verbänden, Politik und Verwaltung die künftige Ausrichtung des Netzwerks diskutiert. Im Mittelpunkt stand ein Gallery Walk mit acht Thementischen, an denen laufende Projekte und Konzeptarbeiten vorgestellt, diskutiert und durch Hinweise aus der Praxis weiterentwickelt wurden.
Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt und Vorsitzender des Beirats, betonte die Bedeutung des Netzwerks für eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft. Er sagte: „Wasser ist eine lebenswichtige Ressource und auch essentiell für die Sicherheit unserer Ernährungs-, Energie- und Wirtschaftssysteme. Eine funktionierende und nachhaltige Wasserbewirtschaftung ist entscheidend – für den Schutz der öffentlichen Gesundheit, den Umweltschutz und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Das gilt gerade mit Blick auf die Herausforderungen durch den fortschreitenden Klimawandel, etwa durch zunehmende und länger anhaltende Trockenphasen.“
Von Trinkwasserversorgung bis blau-grüne Infrastruktur
Das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft wurde am 1. Juli 2023 gegründet, um die großen Herausforderungen der Wasserwirtschaft – von Trinkwasser über Abwasser bis zum Schutz der Ressource Wasser – gemeinsam mit Partnern aus unterschiedlichen Bereichen anzugehen. In den vergangenen drei Jahren konnten dabei fast 100 Stakeholder aus Wissenschaft, Industrie, Gewerbe, Wasserwirtschaft, Ingenieurbüros, Verbänden und Institutionen, Kommunen, Politik, Verwaltung und weiteren Bereichen aktiviert werden.
Prof. Dr. Armin Willingmann würdigte die Arbeit des Netzwerks und dankte den beteiligten Akteurinnen und Akteuren für die technologische und konzeptionelle Zusammenarbeit, die eine wichtige Grundlage für politische Weichenstellungen zur Erhöhung der Versorgungsresilienz im Trinkwasserbereich bildet. Gleichzeitig begrüßte er die breite Diskussion zur weiteren Ausrichtung im Rahmen der Stakeholder-Konferenz.
Thematisch kreiert das Netzwerk nach Angaben Willingmanns praxisnahe Lösungsansätze – unter anderem zu folgenden Schwerpunkten:
• Sicherung der Trinkwasserversorgung
• Reduzierung von Schadstoffbelastungen im Abwasser
• Optimierung der wassersensiblen Stadtentwicklung
• Energieeffizienz wasserwirtschaftlicher Anlagen
• Niederschlagsmanagement
• Sicherung der Substanzwerterhaltung und Weiterentwicklung der wasser-wirtschaftlichen Infrastruktur
In Magdeburg wurden Beispiele aus laufenden Vorhaben vorgestellt – darunter ein Projekt zum nachhaltigen Wassermanagement in Gesundheitseinrichtungen. Es zielt darauf, Wasser effizienter zu nutzen, durch Grau- und Niederschlagswassernutzung Trinkwasser zu ersetzen, Energie aus eingetragenem Wasser zurückzugewinnen sowie Spurenstoffe und multiresistente Keime im Abwasser stärker zu adressieren.
Ein weiteres Beispiel ist die Potentialstudie zur blau-grünen Infrastruktur. Anhand der Pilotstadt Halle (Saale) wird untersucht, welche Potenziale die Niederschlagswassernutzung bietet – etwa für die Sicherung des Stadtgrüns und die Verbesserung des Stadtklimas bei Trockenheit und Wärme sowie für das Zurückhalten von Wasser bei Starkniederschlägen, um das Kanalnetz zu entlasten.
Ergebnisse sollen in die weitere Ausrichtung einfließen
Matthias Lux, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Halle GmbH und Vorstandsvorsitzender des Kompetenzzentrums Wasserwirtschaft, verwies auf die Bedeutung praxisnaher Ansätze – insbesondere mit Blick auf klimaresiliente Städte: „Die Studie zur blau-grünen Infrastruktur wird auch ein Kosten-Nutzen-Verhältnis beleuchten. Kernpunkt wird ein strategisches Konzept sein, wie blau-grüne Infrastruktur in urbanen Zentren umgesetzt werden kann – und vor allem, wie sie finanziert wird.“
„In der heutigen Konferenz wollen wir den Stakeholdern einen umfassenden Überblick über Projekte, wissenschaftliche Neuerungen und entwickelte Konzepte geben. Gleichzeitig ist es unser Ziel, mit den Stakeholdern die künftigen Aufgabenstellungen zu diskutieren“, sagte Jörg Schulze, Leiter des Kompetenzzentrums Wasserwirtschaft.
Das Netzwerk will seine Zusammenarbeit in den kommenden Wochen und Monaten weiter verstetigen – unter anderem durch ein Nachhaltigkeitskonzept, das auch die Gründung eines Vereins einschließt.
Hintergrund
Ein wichtiger Meilenstein war die Fertigstellung der Wasserversorgungskonzeption Teil I. Auf dieser Grundlage wurde das operationelle EFRE-Förderprogramm angepasst, sodass 116 Mio. Euro für Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungsresilienz mit Trinkwasser bereitgestellt werden.
05.06.2026
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