Das Bild zeigt eine blonde junge Frau mit Brille, die eine rote Jacke mit dem Logo der Stadtwerke Halle trägt und einen Block unter dem Arm hat. Im Hintergrund wird befindet sich eine Bushaltestelle, die von zwei Personen in orangefarbenen Hosen gesäubert wird. Es ist Nacht und die Straßenlaternen leuchten hell.

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Stadtwerke Halle Blog - Hinter den Kulissen

Werfen Sie in unserem Blog einen Blick hinter die Kulissen der Stadtwerke Halle! Unsere Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit auf spannende Geschichten aus der gesamten Stadtwerke Halle-Welt.

Biotop nach Plan

Das Foto zeigt einen Mann mit grauen Haaren und Brille, der ein blaues Hemd und ein graues Jackett trägt und vor einer grünen Wiese mit in der Sonne orange leuchtenden Bäumen steht.
„Hier wachsen nicht nur Bäume, sondern auch Arbeitsplätze“, sagt Fredo Belger, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau.

Die Deponie Halle-Lochau südöstlich von Halle (Saale) ist für viele immer noch der Ort, wo der hallesche Müll verkippt wird – doch diese Zeiten sind längst vorbei. Schon seit 2005 ist die Ablagerung von unbehandeltem Müll in Lochau nicht mehr zulässig. „Seitdem ist unsere Deponie in der Stilllegungsphase“, erzählt Fredo Belger, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau. „Unser Ziel ist, die komplette Stilllegung bis 2027 abzuschließen.“ 

Die Grafik mit dem Titel "Geotechnische Sicherung und Oberflächengestaltung" zeigt die verschiedenen Erdschichten, die auf dem Gelände der Deponie entstehen sollen.
So soll der Boden des Deponiegeländes einmal aussehen.

Der kaufmännische Abteilungsleiter Daniel Friedrich erklärt die Einzelheiten: „Der Deponiekörper wird bis zu einer genehmigungsrechtlichen Endhöhe mit mineralischen Abfällen verfüllt, das sind aufbereitete Verbrennungsaschen, beispielsweise aus der Hausmüllverbrennung. Nach Fertigstellung des bindigen Horizontes folgt als nächstes eine Drainageschicht aus Bauschutt und Recyclingmaterialien – ein Meter hoch. Ganz oben befindet sich die 1,65 Meter mächtige Bodenschicht, die schließlich bepflanzt wird.“ Rekultivierung kann nicht dem Zufall überlassen bleiben. Dazu gehört vor allem ein Plan.

Das Foto wurde aus der Luft aus aufgenommen und zeigt Wiese, Bäume, einen See und eine graue Fläche. Weiter hinten stehen Windräder.
Der Altdeponiekörper wird derzeit durch drei Bodenschichten rekultiviert - sichtbar bleibt zum Schluss nur Laubmischwald.

Therese Fleischmann ist als Projektbegleiterin dafür verantwortlich: „Ziel ist es, dass hier ein Laubmischwald aus einheimischen Baumarten entsteht. Dafür haben wir Testflächen eingerichtet: Welche Baumarten wachsen gut auf diesem Boden und trotzen auch der Trockenheit der letzten Jahre? Als besonders geeignet haben sich bis jetzt drei Ahornarten, die Vogelkirsche sowie die Winterlinde erwiesen. Die Zeit der Nadelbaumplantagen ist vorbei.“ Der entstehende Wald wird auf der Fläche von 100 Hektar – etwa 140 Fußballfelder – die Artenvielfalt fördern, CO2 binden und insgesamt einen positiven Klimaeffekt rund um Halle-Lochau bewirken.

Standort der Kreislaufwirtschaft

Wussten Sie schon? Umfangreiche Rohrsysteme in der Deponie Halle-Lochau fassen das entstehende Methan aus den verfüllten biologischen Altschichten. Diese Gase werden vor Ort in grünen Strom umgewandelt. Etwa 4.000 Vier-Personen-Haushalte können damit jedes Jahr versorgt werden. Auch weitere Firmen der Kreislaufwirtschaft sind in Halle-Lochau ansässig – der Standort wächst. Damit ist die Deponie nicht nur für das Klima, sondern auch für Arbeitsplätze aus der Region eine sichere Bank.

Mehr Infos finden Sie auf der Internetseite der AWH

28.12.2020