Das Bild zeigt eine blonde junge Frau mit Brille, die eine rote Jacke mit dem Logo der Stadtwerke Halle trägt und einen Block unter dem Arm hat. Im Hintergrund wird befindet sich eine Bushaltestelle, die von zwei Personen in orangefarbenen Hosen gesäubert wird. Es ist Nacht und die Straßenlaternen leuchten hell.

Inhaltsbereich

Stadtwerke Halle Blog - Hinter den Kulissen

Werfen Sie in unserem Blog einen Blick hinter die Kulissen der Stadtwerke Halle! Unsere Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit auf spannende Geschichten aus der gesamten Stadtwerke Halle-Welt.

Die Entwicklung unserer Fahrgastzahlen unter dem Einfluss der Pandemie

Das Foto zeigt das Porträt eines Mannes, der ein helblaues Hemd, ein dunkelgraues Sakko trägt und in die Kamera lächelt. Hinter ihm steht eine rote Straßenbahn.
Vinzenz Schwarz, Vorstand der HAVAG

Ein unsichtbares Virus hat uns im März aus unserem gewohnten Leben katapultiert. Solange es kein wirksames Mittel gegen Covid-19 gibt, leben wir mit einem erhöhten Maß an persönlichen und unternehmerischen Unsicherheiten. Die Corona-Pandemie wirkt sich auf fast alle Unternehmen der SWH-Gruppe aus. Mit welchen besonderen Auswirkungen die HAVAG zu kämpfen hat, wie sich die Fahrgastzahlen infolge der Corona-Pandemie entwickelt haben und mit welchen Aktionen die HAVAG Fahrgäste wieder zurückgewinnen will – darüber sprachen wir mit Vinzenz Schwarz, Vorstand der Halleschen Verkehrs-AG (HAVAG).

Wie hoch ist die Fahrgastauslastung der HAVAG aktuell und im Vergleich dazu vor einem Jahr? Woran liegen die Veränderungen aus unserer Sicht?

Vinzenz Schwarz: Im Jahr 2019 hat sich die HAVAG gegenüber 2018 an einem nochmals deutlich gestiegenen Fahrgastaufkommen in Höhe von 56,7 Mio. Fahrgästen erfreut. Mit der Ausbreitung des Coronavirus fand die Nachfrage nicht auf dem gewohnt hohen Niveau statt. Ursachen waren die Schließung von Schulen, Horten, Kitas, Unis, Geschäften, Restaurants, Kultur- und Sporteinrichtungen, ebenso Homeoffice, Besucher- und Touristenrückgang sowie die Verunsicherung der Menschen, die Auslastung der Fahrten ging stark zurück.

Konnte bis Mitte März 2020 im Vergleich zu 2019 noch ein leichtes Plus an Fahrgästen verbucht werden, so nahm mit dem Lockdown das Fahrgastaufkommen der HAVAG deutlich ab. Mitte März 2020 brachen die Fahrgastzahlen im Vergleich zu 2019 um etwa 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Seit Mai 2020 erholen sich die Zahlen langsam. Trotzdem waren es 44 Prozent weniger Fahrgäste im Vergleich zu 2019. Die Erholung hält weiter an. Im Juni 2020 konnte immerhin etwa 73 Prozent des Vorjahresfahrgastaufkommens erreicht werden. Aktuell (Oktober 2020) steigt das Fahrgastaufkommen wöchentlich weiter an und liegt –ohne noch nicht begonnenen Wintersemester-Vorlesungsbetrieb der Universität– bei knapp 86 Prozent des Vorjahres.

Das Foto wurde in einer Straßenbahn aufgenommen und zeigt drei Personen, eine Frau und zwei Jungen, jeweils mit Mund-Nasen-Schutz.
Seit Ende April besteht in den Bussen und Bahnen der HAVAG die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Wie haben sich die Umsätze verändert?

Vinzenz Schwarz: Die Umsätze folgen dem eingetretenen Fahrgastverlust, wobei im Besonderen die Ticketarten des Bartarifes (Einzelfahrten, Wochenkarten, 4-Fahrtenkarten etc.) betroffen waren und sind. Aber auch im Stammkundensegment (Abonnements) gibt es Umsatzverluste zu beklagen. Die HAVAG sorgt mit einem sicheren Verkehrsangebot, welches durch Hygienemaßnahmen und der Tragepflicht eines Mund-Nasen-Schutzes unterstützt wird, zu einer planmäßigen Mobilität in gewohnt zuverlässiger Art und Weise!

Welche Lösungen gibt es, um wieder mehr Fahrgäste in Bus und Bahn zu bekommen?

Vinzenz Schwarz: Das Verkehrsunternehmen hat, auch in Kooperation mit dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) viele Kampagnen gestartet, um Fahrgäste für eine Bus- und Bahnnutzung wieder zurückzugewinnen. Neben der bundesweiten VDV-Kampagne #BesserWeiter zählen hierzu beispielsweise eine Dankeschön-Sommerkampagne des MDV, Einzelkampagnen der HAVAG selbst sowie das Aussetzen der MDV-Tarifanpassung vom 1. August 2020 bis zum 1. Januar 2021 zur Weitergabe des Mehrwertsteuer-Absenkungseffektes an die Fahrgäste.

Diese Einzel-Aktionen hat die HAVAG für den Winter geplant:

Wie haben bisherige Maßnahmen gewirkt?

Vinzenz Schwarz: Unsere Maßnahmen wirken gut. Wir sind froh, dass sich die Fahrgastzahlen wieder bei 86 Prozent zum Vorjahr stabilisieren. Dazu haben auch unsere zahlreichen Aktionen beigetragen.

Gibt es spezielle Schulungen für Straßenbahnführende/Kontrollierende?

Vinzenz Schwarz: Ja, unser Fahr- und Prüfpersonal wird im Besonderen geschult, um an der Einhaltung der Tragepflicht des Mund-Nasen-Schutzes aktiv mitwirken zu können.

Das Bild zeugt eine Frau und zwei Jungen, die aus einer Straßenbahn der HAVAG aussteigen. Alle drei tragen eine Mund-Nase-Bedeckung.
Zum Großteil halten sich die Fahrgäste der HAVAG an die Verpflichtung zur Bedeckung von Mund und Nase.

Gibt es Erfahrungen mit Maskenmuffel?

Vinzenz Schwarz: In Halle (Saale) halten sich fast alle Fahrgäste an die Pflicht des Tragens einer textilen Barriere im Sinne eines Mund-Nasenschutzes (MNS) im ÖPNV. Die HAVAG wird von der Polizei bei der Kontrolle und Durchsetzung des MNS unterstützt.

Das Interview führte Iris Rudolph, Pressesprecherin der Stadtwerke Halle-Gruppe.

15.10.2020