Das Bild zeigt eine blonde junge Frau mit Brille, die eine rote Jacke mit dem Logo der Stadtwerke Halle trägt und einen Block unter dem Arm hat. Im Hintergrund wird befindet sich eine Bushaltestelle, die von zwei Personen in orangefarbenen Hosen gesäubert wird. Es ist Nacht und die Straßenlaternen leuchten hell.

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Stadtwerke Halle Blog - Hinter den Kulissen

Werfen Sie in unserem Blog einen Blick hinter die Kulissen der Stadtwerke Halle! Unsere Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit auf spannende Geschichten aus der gesamten Stadtwerke Halle-Welt.

„Ich kenne jeden Schotterstein im Gleis“

Das Foto zeigt mittig den Peißnitzexpress und rechts davon einen Mann in blauer Kleidung, der sich an die Lok der Parkeisenbahn anlehnt.
Wer in diesem Sommer mit der Parkeisenbahn fährt, fährt mit ihm: Sebastian Hoffmann.

Von Corinne Richert

Solange Sebastian Hoffmann denken kann, interessiert er sich für Loks und Züge. Mit drei Jahren bekam er seine erste Modelleisenbahn, Oma und Opa mussten mit ihm immer S-Bahn fahren…, heute ist er die wichtigste Person bei der Parkeisenbahn Peißnitzexpress, die der Stadt Halle gehört. Betriebsführerin ist die Hallesche Verkehrs-AG.

Ohne Sebastian Hoffmann geht nichts an dem kleinen Bahnhof auf der Peißnitzinsel mitten in der Stadt. Er ist Betriebsleiter, Fahrdienstleiter, Lokführer, Instandhalter, „Kinderdompteur“, wandelndes Lexikon zur halleschen Parkeisenbahn – alles in einer Person. Wer in diesem Sommer Parkeisenbahn fährt, trifft Sebastian Hoffmann. Sommerurlaub gibt es für den Familienvater nicht, es ist schließlich Saison.

Die schwarz-weiße Aufnahme zeigt im Hintergrund den Peißnitzexpress. Vorne steht ein Mann in Lokführer-Uniform, der ein Band durchschneidet, das von zwei Jungen, ebenfalls in Uniform, gehalten wird. Rechts und links stehen Zuschauerinnen und Zuschauer.
1960 wurde die Parkeisenbahn Peißnitzexpress durch Otto Arndt, Vizepräsident der Reichsbahndirektion Halle und späterer Verkehrsminister der DDR, eröffnet.

Seit dem 10. Lebensjahr dabei

Sich das Wissen über den Peißnitzexpress, der in diesem Jahr bereits seit 60 Jahren durch den Auenwald auf der Peißnitzinsel fährt, anzueignen, hatte er genügend Zeit. Seit der dunkelhaarige junge Mann zehn Jahre alt ist, arbeitet er mit, zunächst als Kinderschaffner und Fahrkartenkontrolleur, dann als Zugchef, Bahnhofsaufsicht, mit 14 bediente er dann schon die Signale an der Stellwerkstechnik. Mit 18 durfte er endlich auch die Parkeisenbahnzüge fahren. Da dachte er: „Ok. Jetzt hab ich‘s geschafft!“ Inzwischen kennt er jede Schraube an den Loks und jeden Schotterstein im Gleis, sagt er.

Die Verantwortung ist dieselbe

Eine Ausbildung zum Metallbauer kommt ihm bei der Wartung und Instandhaltung der kleinen Eisenbahn jetzt zugute, einen Triebfahrzeugführerabschluss der Deutschen Bahn für Güter und Personen hat er seit 2008 in der Tasche. Dieser spezielle Führerschein ist wichtig, denn die Parkeisenbahn unterliegt derselben Betriebsordnung wie die Deutsche Bahn. „Das macht keinen Unterschied – die Verantwortung ist dieselbe“, sagt der 36-Jährige.

Auf diesem Foto ist der blau-rote Peißnitzexpress von hinten zu sehen, der auf Schienen zwischen grünen Bäumen fährt. In der Bahn sitzen einige Erwachsene und Kinder.
Beliebt bei Groß und Klein: Eine Rundfahrt dauert etwa 12 Minuten und findet ab fünf Fahrgästen statt.

70.000 Fahrgäste im vergangenen Jahr

Seit 2020 fährt er nun hauptberuflich unter anderem die 36 PS starke rote Diesellok. 70.000 kleine und große Fahrgäste wurden allein im vergangenen Jahr gezählt. Seit 2010 steigen die Fahrgastzahlen wieder kontinuierlich an. 

 

Zum einen gibt es wieder mehr Kinder in der Stadt und vor allem die kleinen Hallenserinnen und Hallenser lieben „ihre“ Bahn, zum anderen ist dies der Flexibilität und dem Herzblut der haupt- und der über zwanzig ehrenamtlichen Parkeisenbahnerinnen und Parkeisenbahner zu verdanken: Sie holen die Bahn nicht nur in der Saison von Mai bis Oktober aus dem Lokschuppen, sondern auch zu Nikolaus, Ostern oder an anderen wettermäßig schönen Wochenenden im Winterhalbjahr.

Auf diesem Foto ist ein Hasen-Maskottchen zu sehen, das einen geflochtenen Korb in den Händen hält und außen vor dem Peißnitzexpress steht.
Regelmäßig besucht auch der Osterhase die Parkeisenbahn Peißnitzexpress.

Zu Nikolaus kommt der Nikolaus auch mit kleinen Süßigkeiten vorbei, zu Ostern der Osterhase. Das muss auch alles organisiert werden. Ohne Ehrenamt im Verein und Sponsoren geht das nicht.

Die finanzielle Belastung für die Betreiberin der Parkeisenbahn, die Stadt Halle, konnte übrigens seit 2012 auf ein Minimum reduziert werden bei einer gleichzeitigen Aufwertung des Angebotes durch spezielle Fahrzeuge und der Einführung einer Barrierefreiheit.

Vereinsmitglied werden

Die Parkeisenbahn Peißnitzexpress sucht ständig helfende Hände und Unterstützung für den Verein der Parkeisenbahnfreunde Halle (Saale) e.V.. Sie unterstützen den Fahrbetrieb während der Saison und helfen bei der Instandhaltung der gesamten Anlagen mit – je nach Können und betreuen Veranstaltungen rund um den Peißnitzexpress. 

Bei Interesse melden Sie sich direkt bei den Parkeisenbahnerinnen und Parkeisenbahnern am Bahnhof an der Peißnitzbrücke oder unter info-pehalle@gmx.de.  

Auf diesem Foto steht ein blondes Mädchen mit Lokführer-Uniform und Kelle in der Hand vor den roten Waggons des Peißnitzexpress.
Ab zehn Jahre darf man mitarbeiten bei der Parkeisenbahn Peißnitzexpress.

Kinderparkeisenbahner*in werden

Ab zehn Jahre darf man mitarbeiten bei der Parkeisenbahn Peißnitzexpress

Eingesetzt wird man

  • ab 10 Jahre als Fahrkartenkontrolleur*in
  • ab 11 Jahren als Zugchef*in (Fahrkartenkontrolle)
  • ab 12 Jahre als Bahnhofsaufsicht und Schrankenwärter*in
  • ab 16 Jahre darf man den Betrieb leiten und überwachen (unter Aufsicht)
  • ab 18 Jahren als Triebfahrzeugführer*in (nach Prüfung)

Bei Interesse sprich die Parkeisenbahnerinnen und Parkeisenbahner am Bahnhof an der Peißnitzbrücke einfach an oder melde dich unter info-pehalle@gmx.de.

Zur Homepage der Parkeisenbahn Peißnitzexpress geht es hier

11.06.2020