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Stadtwerke Halle Blog - Hinter den Kulissen

Werfen Sie in unserem Blog einen Blick hinter die Kulissen der Stadtwerke Halle! Unsere Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit auf spannende Geschichten aus der gesamten Stadtwerke Halle-Welt.

Wenn der Bagger mal das Kabel kappt...

Die Schadstelle wird lokalisiert und gemeldet. Fotos: KAPPA

Ein Freitagmorgen um kurz nach 7 Uhr. Auf der Baustelle an der Heideallee gab es eine Kabelbeschädigung. Was passiert jetzt? Kratzt der Bagger nur leicht an einem Kabel, kommt es zum sogenannten Erdschluss. Dabei läuft der Strom ins Erdreich. Bei diesem Schaden heißt es: Glück gehabt. Die Drosselspulen im Umspannwerk kompensieren die Störung und der Strom fällt nicht aus. Der weit schlimmere Fall tritt ein, wenn mindestens zwei Kabel beschädigt werden. Dann kommt es zum Kurzschluss und es entladen sich explosionsartig 20.000 Volt. Schlimme Folge: Der ganze Stromkreis bis zum nächsten Schutzgerät wird „dunkel“. Das bedeutet: Stromausfall in den Haushalten.

Auf dem Bild stehen auf der rechten Seite zwei Männer in blauen Jacken, die auf einer Baustelle stehen und auf einen Laptopbildschirm schauen, der sich in der linken Bildhälfte befindet. Im Hintergrund stehen Bäume mit hellgrünen Blättern.
Sebastian Pietsch (li.) und Markus Mundt (re.) am Netzplan.

An diesem Freitagmorgen hat die Leitstelle einen Erdschluss registriert. Der Entstördienst der Energieversorgung Halle Netz GmbH ist sofort unterwegs, um die Schadensstelle zu lokalisieren. Diesmal sind Sebastian Pietsch, 21, und Markus Mundt, 49, eingesetzt. Die beiden Spezialisten sind mit ihrem Team rund um die Uhr in Bereitschaft. „Im Regelfall sind wir den ganzen Tag unterwegs und betreiben Wartungs-, Diagnose- und Ortungsarbeiten am Netz. Wenn ein Störfall eintritt, unterbrechen wir sofort unsere planmäßigen Arbeiten oder kommen aus der Bereitschaft am Wochenende. Beim Störfall arbeitet das Team Hand in Hand, denn die Uhr läuft“, so Markus Mundt. 

Per Fernbedienung wird die Schadstelle entfernt.
Per Fernbedienung wird die Schadstelle entfernt.

Vor Ort lokalisieren nun beide Mitarbeiter mit Messgeräten die Störung – Sebastian Pietsch am Trafohaus und Markus Mundt direkt an der Schadensstelle. Welches Kabel ist genau betroffen, wo führt das hin? Schnell sind die Schadstellen lokalisiert, die Leitungsnummer benannt, die Leitstelle informiert. Diese schaltet nun den Stromkreis um. Jetzt setzen die Monteure vor Ort die Schere an, offiziell „Sicherheits-Schneideinrichtung“ genannt.

In der rechten Bildhälfte ist ein Mann in einem roten T-Shirt zu sehen, der von der Kamera abgewandt sitzt und auf einen riesigen Bildschirm mit vielen Tabellen und Grafiken schaut.
In der Leitstelle schaltet Konrad Lindner den Stromkreis um.

Nach dem Herausschneiden des schadhaften Kabels ist der Notfall-Job für die beiden Mitarbeiter vorerst beendet. Denn eine externe Montagefirma übernimmt die Reparatur der Leitung. Nach Beendigung dieser Arbeiten, die bis zu sechs Stunden dauern können, nimmt der Chef des zehnköpfigen Schalttrupps, Matthias König, die Baustelle ab. Er kann der Leitstelle schließlich melden: „Originalzustand wieder hergestellt. Leitung 45-73 wieder am Netz!“

Versorgungssicherheit: Im Notfall schnell wieder ans Stromnetz

Wie schnell man am Einsatzort ist, hängt von der Verkehrssituation ab. Denn Entstörfahrzeuge haben kein Blaulicht. Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder ans Netz zu kommen. Richtwert ist, dass spätestens nach einer Stunde der Strom wieder da ist. Damit steht die Netzgesellschaft Halle an den vordersten Plätzen in Deutschland bei Stromausfällen.

Stromnetz in Halle

Das Netz, das sind mehrere hundert Kilometer Kabel, die ein „offenes Ringnetz“ unter der Stadt bilden. In diesem Netz liegt in drei Adern Mittelspannung von 20 KV an. Die Hausanschlüsse bestehen aus einem 4-Leiter-System, an denen eine Niederspannung von 400 Volt anliegt. Aus der Steckdose selbst kommen maximal 230 Volt.

Ihre Notfallnummer bei Störungen in den Bereichen Strom, Wärme, Straßenbeleuchtung und Elektroladesäulen (0345) 5 81 - 30 00.

11.09.2019