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Stadtwerke Halle Blog - Hinter den Kulissen

Werfen Sie in unserem Blog einen Blick hinter die Kulissen der Stadtwerke Halle! Unsere Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit auf spannende Geschichten aus der gesamten Stadtwerke Halle-Welt.

„Das ist unser Baby!“ - D65EXi ist der ganze Stolz von Thomas Nolle

Das Bild zeigt den AWH-Mitarbeiter Thomas Nolle. Er hat Arbeitskleidung an und lehnt an seiner digitalen Raupe. Er lächelt freundlich in die Kamera.
Mit der hochmodernen digitalen Raupe bringt Thomas Nolle die Deponie Lochau in Schwung.

Sitzen Laien in der D65EXi, haben sie das Gefühl, umgeben zu sein von einer riesigen Spielkonsole. Zwei kleine Bildschirme, zwei joystickartige Hebel und jede Menge Knöpfe, Schalter und Pedale laden förmlich ein, neugierig zu drehen und zu drücken …

Doch hier wird weder gezockt noch in Fantasiewelten eingetaucht. Die D65EXi ist der Arbeitsplatz von Thomas Nolle. Eingesetzt auf der Deponie Halle-Lochau. Ihr Auftrag: die rund 100 Hektar Deponiefläche auf das vorgegebene Höheniveau bringen, welches innerhalb der Gesamtfläche Hoch- und Tieflagen mit bis zu drei Metern Höhendifferenz aufweist. Dazu bewegt die Raupe – „unser Baby“, wie sie mit einem liebevollen Augenzwinkern vom 51-jährigen Maschinisten genannt wird – unvorstellbare Mengen an Boden- und Ersatzbaustoffschichten. Das macht keine andere präziser. „Diese digitale Raupe ist das Beste, was der Markt derzeit zu bieten hat. In ihrer Konfiguration ist sie sogar einmalig in Deutschland“, weiß der Maschinenführer stolz zu berichten. Ganze 21 Tonnen bringt „sein gelbes Baby“ auf die Waage und verfügt über eine Leistung von 164 kW. Das sind sage und schreibe etwa 220 PS.

Das Bild zeigt die digitale Raupe in der Frontansicht.
Das Bild zeigt die digitale Raupe in der Seitenansicht.

Doch das eigentlich Besondere liegt wie so oft im Detail. Denn die Sonderanfertigung aus Japan besitzt eine werkseitig vollinstallierte GPS-Steuerung, die für die hohe Genauigkeit bei der Herstellung des Höhenprofils mit den vorgegebenen Hoch- und Tieflagen zuständig ist. So entscheidet die Maschine selbst, wann das Schild zu viel Material vor sich her schiebt und entlastet es automatisch.

Das Sigma-Schild der Raupe wurde übrigens eigens für den Betrieb in Lochau gefertigt. Seine Trapezform garantiert einen optimalen Eindringungswinkel in den Boden. Die weit nach hinten gezogenen Ecken des Schildes sorgen zudem für einen geringen Materialverlust beim Schieben. Schmale Ketten bewegen das Fahrzeug mit dem nötigen Grip nach vorn und hinten. Alles in allem sorgt das letztlich für eine wirtschaftlichere Arbeitsweise. Weniger Überfahrten, um eine gleichmäßige Ebene zu erhalten, bedeutet auch geringer Kraftstoffverbrauch.

Seit Mai 2018 ist die D65EXi auf der Deponie Lochau im Einsatz. Zur Freude von Thomas Nolle. Noch ist er der einzige, der das „Baby“ fahren darf. Nach der Dienstbesprechung startet er pünktlich sieben Uhr den Motor, lädt die Höhenprofil-Karte des zu bearbeitenden Geländes auf den Bildschirm, legt den ersten Gang des Automatikgetriebes ein, bedient die beiden „Joysticks“ rechts und links neben seinem Sitz und los geht’s. „Ich habe hier als Maschinist mein Hobby zum Beruf gemacht. Baumaschinen haben mich schon immer fasziniert. Die Arbeit mit der D65EXi ist für mich jeden Tag aufs Neue ein Highlight“, lacht Thomas Nolle und gibt Gas.

Deponie Halle-Lochau

Die Deponie Halle-Lochau wurde im Juni 2005 stillgelegt. Seither laufen Rekultivierungsmaßnahmen. Die 100 Hektar große Deponiefläche wird in den nächsten Jahren aufgeforstet. Auch ein See entsteht. Erste Bäume wurden bereits gesetzt. Sie wachsen und gedeihen.

www.aw-halle.de 

15.01.2019