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Stadtwerke Halle Blog - Hinter den Kulissen

Werfen Sie in unserem Blog einen Blick hinter die Kulissen der Stadtwerke Halle! Unsere Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit auf spannende Geschichten aus der gesamten Stadtwerke Halle-Welt.

Nachtschicht schafft Durchsicht!

Die Nacht zum Tag macht Denis Henze. Er sorgt dafür, dass die Straßenbahnen morgens sauber auf die Schienen kommen.
Die Nacht zum Tag macht Denis Henze. Er sorgt dafür, dass die Straßenbahnen morgens sauber auf die Schienen kommen. Fotos: Marian Sorge

Halb Halle macht es sich gerade vorm Fernseher gemütlich. Es ist 20.30 Uhr und an diesem Herbsttag längst dunkel. Hell erleuchtet dagegen ist die Fahrzeughalle im Betriebshof Rosengarten der HAVAG. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht stehen hier Straßenbahn an Straßenbahn, die Türen weit geöffnet. In roter Montur, bewaffnet mit Besen, Wischmopp und Reinigungsmittel bewegt sich Denis Henze flink durch einen der Züge. Mit vier Kollegen sorgt er dafür, dass hier bis 4.00 Uhr morgens aus den Trams verschwindet, was vom Tage übrig geblieben ist. Denis Henze arbeitet bei der Servicegesellschaft Saale, kurz SGS. 

Müll einsammeln, Boden fegen, Fenster putzen... - 50 Züge warten darauf.
Müll einsammeln, Boden fegen, Fenster putzen... - 50 Züge warten darauf.

Klotzen, nicht kleckern, lautet dabei die Devise. Im Rosengarten sind 50 Züge auf Vordermann zu bringen. Das parallel im Betriebshof Freiimfelder Straße arbeitende Team hat die gleiche Anzahl vor sich. Die Tagesreinigung umfasst das Kehren der Züge und das Abwischen der Haltestangen. Hinzu kommen in verschiedenen Zyklen weitere Arbeiten: Aller drei Tage wird gewischt, zweimal monatlich erfolgt die Glasreinigung. Nach Bedarf entfernen die Männer und Frauen unschöne Graffitischmierereien. Zweimal jährlich werden die Polster nass gereinigt und die Hartbelege der Bahnen versiegelt und imprägniert. Das steigert nicht nur die Rutschfestigkeit der Böden, sondern sorgt auch für eine gute Optik.

Denis Henze mag seine Arbeit und sagt knapp: „Es passt. Das Team stimmt, das Geld auch. Und Nachtarbeit stört mich nicht.“ Besonders gerne macht der 23-Jährige die komplette Grundreinigung. „Das ist die hochwertigste Prozedur, da sieht man dann richtig, was man gemacht hat.“ Das kleine Einmaleins des professionellen Saubermachens kennt das SGS-Team aus dem Effeff. Alle wissen, was wie gereinigt wird, welches Ergebnis mit welchem Mittel zu erreichen und wie die Chemie zu dosieren ist. Das müssen sie auch, denn insbesondere nach Großveranstaltungen wie dem Laternenfest oder einem Fußballspiel fährt schon mal eine Bahn ein, die eine echte Herausforderung ist…

Frank Stähr und Ismail Adam gehören zum SGS-Team, das die Haltestellen reinigt.
Frank Stähr und Ismail Adam gehören zum SGS-Team, das die Haltestellen reinigt.

„Unsere Teams arbeiten 365 Tage im Jahr im rollenden Schichtsystem. Das ist richtig harte Arbeit. Allein bei der HAVAG warten pro Nacht 100 Straßenbahnwagen und  40 Busse auf ihre Tagesreinigung.“
Stefan Tröbst, Bereichsleiter Reinigung bei der SGS 


Am anderen Ende der Stadt bricht morgens 6.00 Uhr in der Freiimfelder Straße ein weiteres Team der SGS zur Arbeit auf. Der Auftrag für Frank Stähr und Ismail Adam lautet: Haltestellenreinigung. Vom Teamleiter Jürgen Block wurden die beiden mit einem Tagesplan ausgestattet, der zu erledigen ist. Erster Stopp: Steintor.

Hinter den Haltestellen wird das Auto so geparkt, dass es möglichst keinen behindert. Jeder Einsatz bedeutet eine Verkehrseinschränkung, ist also ein kurzzeitiger Eingriff in den Straßenverkehr. Deshalb muss es zügig gehen: Glasreinigung, Hand- und Knieläufe, Schilder. Jeder Handgriff sitzt. In Halle fahren elf Tram-Tageslinien und 18 Bus-Tageslinien. Allein die Linie 5 hat beispielsweise über 50 Haltestellen. Da kann man das tägliche Pensum der Männer ungefähr erahnen. Die Stadt und der Überlandbereich sind dafür in dreizehn Gebiete aufgeteilt.

Jede Haltestelle wird aller drei Wochen gereinigt. „Eine Sisyphusarbeit“, meint Jürgen Block und fügt hinzu: „Bei verfassungsfeindlichen Besprühungen oder Glasbruch reagieren wir sofort, dafür haben wir einen Bereitschaftsdienst.“ Frank Stähr ist Sisyphus egal. Seit 35 Jahren ist er unermüdlich auf Halles Straßen unterwegs und hat dabei noch lange nicht seine gute Laune verloren. Er spricht von „meinen Haltestellen“. Und fügt hinzu „Es kratzt an meiner Ehre, wenn das hier dreckig aussieht. Was macht denn das für einen Eindruck?“ Für ihn und seine Kollegen ist Sauberkeit mehr als nur ein Wort.


Mehr Infos unter Servicegesellschaft Saale

05.12.2018