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Hinter den Kulissen

Ticket to go

Von Julia Corinna Schulz

Es glänzt und funkelt bei der HAVAG. Die neuen mobilen Fahrkartenautomaten sind da und der ÖPNV-Betreiber lädt zum Testbetrieb ein. „Na endlich“, denke ich mir und erinnere mich kurz an meine erste Straßenbahnfahrt in Halle zurück: Kaum in der neuen Heimat angekommen, in die Bahn eingestiegen und schon bis zur nächsten Haltestelle schwarzgefahren mangels eben jener mobilen Fahrkartenautomaten. Aber künftigen Zugezogenen wird das nun nicht mehr passieren. Vor kurzem habe ich die neuen Geräte im Stadtwerke-Kundencenter in der Bornknechtstraße testen können.

Dieser neue mobile Fahrkartenautomat wurde schon in eine Straßenbahn montiert.
Dieser neue mobile Fahrkartenautomat wurde schon in eine Straßenbahn montiert.

Der Ticketautomat sticht gleich ins Auge. Er ist groß, sieht sehr schwer aus und natürlich leuchtet der Bildschirm hell. Es gibt verschiedene Schlitze für Scheine und Münzgeld, einen für die EC- oder Kreditkarte mit PIN-Feld wie man es aus der Bank kennt und ein Fach, in dem das Wechselgeld und die Fahrkarten ausgegeben werden. Zukünftig soll man auch kontaktlos bezahlen können. Die einzelnen Elemente sind beschriftet, auch in der sogenannten Blindenschrift, und werden durch Bilder unterstützt. So sind zum Beispiel neben dem Münzschlitz Münzen abgebildet. Das Menü auf dem Bildschirm überzeugt durch Schlichtheit. Die Funktionalität im Mittelpunkt. Nichts lenkt ab.

Fahrscheine können mit Bargeld oder Karte bezahlt werden.
Fahrscheine können mit Bargeld oder Karte bezahlt werden.

Der Fahrgast wird aufgefordert, den Bildschirm zu berühren, um eine Fahrkarte erwerben zu können. Dies ist sicherlich sehr praktisch für jene, die nicht jeden Tag mit Touchscreens und anderer moderner Technik zu tun haben. Das Programm führt den Nutzer Schritt für Schritt zur Fahrkarte. Angeboten werden Einzelfahrkarten, Kurzstreckentickets und Viererkarten, aber auch Monatskarten.  Wenn ich mich für eine Fahrscheinvariante entschieden habe, kann ich auswählen, ob ich zum Beispiel einen Einzelfahrschein für einen Erwachsenen oder für ein Kind kaufen möchte und wie viele davon. Im nächsten Schritt kann ich auswählen, wohin ich fahren möchte, ob ich in Halle bleiben möchte oder noch weiter fahre. Zuletzt erscheint ein Bezahlmenü. Wenn ich zum Beispiel einen Einzelfahrschein kaufe und nur einen 20-Euro-Schein habe, dann kann mir der Fahrkartenautomat anstelle vieler kleiner Münzen auch 5-Euro-Banknoten als Wechselgeld ausgeben. Diese werden dann einzeln über den Schlitz für Geldscheine ausgespielt. Das Gerät ist sehr benutzerfreundlich und leicht bedienbar.

Mein Fazit: Ich freue mich über die neuen mobilen Fahrkartenautomaten, welche die HAVAG nun nach und nach in die Straßenbahnen und Busse einbaut. Ich werde künftig, wenn ich mal spät dran sein sollte, meine Bahn nicht mehr verpassen werde, weil ich mir noch ein Ticket an der Haltestelle ziehen muss. Denn das kann ich dann ja in der Bahn erledigen. Wichtig ist nur, das Ticket dann auch noch zu entwerten.

24.02.2017